Offenes Treffen Zwangsarbeitsgedenken
Wir wünschen Ihnen und Euch ein schönes neues Jahr und blicken gespannt auf das Kommende. Mit verschiedenen Veranstaltungen haben wir 2025 Orte von Zwangsarbeit in Ludwigsfelde erkundet, zuletzt im Rahmen […]

Der Arbeitskreis Zwangsarbeit gedenken setzt sich für ein würdiges Erinnern an die Geschichte von Zwangsarbeit in Ludwigsfelde und an die durch Zwangsarbeit ausgebeuteten Menschen ein.
Die Industriestadt Ludwigsfelde im Süden Berlins war bis zum Spatenstich des damaligen Daimler-Benz-Werks ein Dorf mit wenigen hundert Einwohnerinnen und Einerwohnern. Innerhalb weniger Jahre entstand hier ab 1936 ein wichtiger Rüstungsstandort für die Produktion von Flugzeugmotoren. Mit Kriegsbeginn wurde ein riesiger Lagerkosmos für Kriegsgefangene, ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie KZ-Häftlinge aufgebaut. Weitere Lagerkomplexe existieren in der an Ludwigsfelde angrenzenden Gemarkung Genshagen nahe des heutigen Bahnhofs Birkengrund.
Ausländische Arbeitskräfte bildeten schließlich während des Zweiten Weltkrieges die Mehrzahl der bei Daimler tätigen Belegschaft. Im Jahr 1944 arbeiten neben den 6.075 deutschen Arbeitskräften und unter den Augen der Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder 6.631 sogenannte ausländische Zivilarbeiter:innen, die zum Teil angeworben, teils aus den von Deutschland besetzten Gebieten verschleppt worden waren. Hinzu kamen 2.146 Kriegsgefangene, die unter Verstoß gegen die Haager Landkriegsordnung und das Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen in der Rüstungsindustrie eingesetzt wurden. Zu diesen kamen 3.850 KZ-Häftlinge, die bei Daimler Benz zur Arbeit gezwungen worden waren.
In der Stadt erinnert derzeit wenig an diese Menschen. Wir wollen das ändern.

Auf der Karte findet sich eine kleine exemplarische Auswahl von Lagerstandorten und Begräbnisstätten auf dem Gebiet der Stadt Ludwigsfelde. Klicken Sie auf die Karte, um weitere Informationen zu erhalten.
Verlässliche Informationen über die Zwangslager in Ludwigsfelde sind verstreut. Gleichzeitig existieren viele Mythen und Halbwissen. Deshalb haben wir hier eine Auswahl der Literatur zusammengestellt.
Wir wünschen Ihnen und Euch ein schönes neues Jahr und blicken gespannt auf das Kommende. Mit verschiedenen Veranstaltungen haben wir 2025 Orte von Zwangsarbeit in Ludwigsfelde erkundet, zuletzt im Rahmen […]
Der Film „Der Stern und sein Schatten – Zwangsarbeit bei Daimler-Benz“ von Helmuth Bauer und Eicke Schmitz entstand im Jahr 1991 und ist eine Pionierarbeit des Erinnerns an die Zwangsarbeit in Ludwigsfelde.
Der Film führt zurück in die Zeit der Rückkehr von Daimler-Benz nach Ludwigsfelde. Diese ruft Kontroversen über den Umgang mit der Geschichte der NS-Zwangsarbeit durch den Rüstungsbetrieb auf. Die Dokumentation beleuchtet die Debatten in der Stadt und im Werk in den frühen 1990er Jahren.