Installation des „AK Zwangsarbeit gedenken“ erinnert an die bisher unbestatteten Toten auf dem ehemaligen Kriegsgefangenenfriedhof in Ludwigsfelde
Vor einem Jahr wurden in einem Waldstück an der Bundesautobahn bei Ludwigsfelde Knochen mutmaßlicher Zwangsarbeiterinnen gefunden. Dies erhärtete den Verdacht, dass auf dem ehemaligen Gelände eines früheren Kriegsgefangenenfriedhofs, neben dem ab 1942 auch sogenannte „Ostarbeiterinnen“ und „Ostarbeiter“ bestattet wurden, nach wie vor Gebeine liegen. Sondierungen in jüngster Zeit haben nach Informationen des Arbeitskreises diesen Verdacht weiter erhärtet. Wie es mit den dort liegenden Toten weitergeht ist auch ein Jahr nach Gebeinsfund nicht klar.





Am Jahrestag der Knochenfunde erinnert der Arbeitskreis Zwangsarbeit gedenken mit einer Installation im Waldstück an die Toten. In den kommenden Wochen sind an Bäumen entlang eines Waldweges Wünsche und Gedanken, die Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder nach einer Veranstaltung zum Thema Zwangsarbeit für die Toten aufgeschrieben hatten, an den Bäumen befestigt.
Cornelia Chmiel vom Arbeitskreis erläutert: „Wir wollen daran erinnern, dass die dort anonym verscharrten Menschen das Recht auf ein ordentliches Begräbnis haben. Dazu gehört, dass die Namen der bestatteten identifiziert werden. Hinter jedem Toten steht eine Familie, die nicht weiß, an welchem Grab sie trauern kann. In Ludwigsfelde war das Gedenken an mehr als zehntausend Zwangsarbeiter, die in Ludwigsfelde ausgebeutet wurden, lange kein zentrales Thema der Kommunalpolitik. Die Zitate der Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder zeigen aber, dass es den Wunsch in der Stadt gibt, sich aktiv mit der Geschichte von Ausbeutung und dem hundertfachen Tod von Menschen aus ganz Europa auseinander zu setzen.“
