Neben den großen und dokumentierten Barackenlagern u.A. in Trebbin und Ludwigsfelde finden sich im gesamten Landkreis private Unterkünfte für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie sogenannte Saallager z.B. in Gasthöfen.

Darüber hinaus stoßen wir immer wieder auch auf bisher nicht dokumentierte Lager. So ist in den Sterberegistern der Stadt Ludwigsfelde z.B. der Tod des zivilen Zwangsarbeiters Johannes Stockhof aus den Niederlanden dokumentiert, der in der Ebel-Straße 17 in Trebbin gemeldet war.
Bei dem Gebäude handelt es sich um das 1911 errichtete „Neue Schützenhaus“.
Der Ort wird in den Akten als DAF-Lager bezeichnet. Die Deutsche-Arbeitsfront (DAF) war die größte Massenorganisation im Deutschen Reich und war u.A. Betreiber zahlreicher Zwangsarbeitslager.

Das Gebäude wird unter der Bezeichnung „Kulti“ als Diskothek genutzt und steht unter Denkmalschutz. Die Nutzung als Zwangslager ist unseres Wissens nach bisher nicht dokumentiert und erforscht.
Es ist denkbar, dass nicht das Gebäude selbst zur Unterbringung von Zwangsarbeitern genutzt wurde, sondern ein auf dem Grundstück befindliches früheres Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD)umgenutzt wurde. Dieses ist seit 1938 durch Zeitungsartikel belegt. Wann das Lager eingerichtet wurde, ist uns nicht bekannt. Es existieren einige nicht datierte Fotoaufnahmen, die beim Heimatverein Trebbin aufbewahrt werden.

Es bedarf also weiterer Recherchen. Über Hinweise freuen wir uns sehr.
(Bildnachweis: Kulti A.Savin, FAL, via Wikimedia Commons; Bilder des RAD Lager: Bestand des Heimatvereins Trebbin)

