Autor: AK Zwangsarbeit

  • Schützenhaus Lüdersdorf.

    Schützenhaus Lüdersdorf.

    Von 1940 bis 1945 wurde der Saal des Schützenhauses in der Lüdersdorfer Dorfstraße 68 als Aufenthaltsort französischer Kriegsgefangener genutzt.

  • Gasthaus Lüdersdorf

    Gasthaus Lüdersdorf

    Von 1940 bis 1945 waren im Saal der Gaststätte polnische und französische Kriegsgefangene untergebracht, die für die Landwirte im Dorf arbeiten mussten.

    Heute wird das Haus in der Lüdersdorfer Dorfstr. 41 von verschiedenen Vereinen genutzt.

  • Deutschlandhalle Ludwigsfelde: Der Zwangsarbeit auf der Spur – Bericht im Blickpunkt

    Unter dem Motto „Vergessen ist eine Entscheidung“ hatte Anfang Juni 2026 der Ludwigsfelder Arbeitskreis „Zwangsarbeit gedenken“ zu einem Gedenkspaziergang am Birkengrund eingeladen. Gut 30 interessierte Bürger sowie Stadtverordnete nutzten die Chance, um sich selbst ein Bild von dem geschichtsträchtigen Ort der ehemaligen Halle 24 zu machen.

    Die Zeitung Blickpunkt berichtet hier.

  • Gebaut auf Zwangsarbeit

    Im aktuellen nd-Die Woche widmet Christian Lelek den Auseinandersetzungen um die Überbauung des KZ-Außenlagers »Halle 24« und dem Umgang mit dem Waldfriedhof eine Doppelseite.

    Neben Andrea Genest von der Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Mitarbeitenden des Museums Ludwigsfelde kommt auch der AK Zwangsarbeit gedenken zu Wort. Unser Mitglied Cornelia Chmiel benennt die Forderung nach einem Gedenkort.

    Den ganzen Artikel gibt es ohne Paywall hier.

  • Untersuchungen sollen im Juni starten berichtet die MAZ

    Ein Jahr nach dem Fund menschlicher Gebeine auf dem ehemaligen Waldfriedhof an der Autobahn A10 im Ludwigsfelder Stadtgebiet sollen Untersuchungen zeigen, ob auf dem Gelände noch massenhaft menschliche Gebeine ehemaliger Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener liegen, berichtet die MAZ.

    Der Beitrag ist hier nachzulesen.

  • SPIEGEL berichtet über Waldfriedhof Ludwigsfelde

    Heute vor 85 Jahren überfiel Deutschland die damalige Sowjetunion. 2,8 Mio. Frauen, Männer und Kinder wurden u.a. aus der Ukraine, Belarus & Russland zur Zwangsarbeit verschleppt, ca. 3,3 Mio. Kriegsgefangene durch Verhungernlassen & unmenschliche Behandlung getötet.

    Der aktuelle SPIEGEL widmet sich dem Nachwirken des verbrecherischen Angriffskrieges auch am Beispiel der Stadt Ludwigsfelde und spricht dazu mit dem AK Zwangsarbeit gedenken.

    Zum Spiegel-Beitrag.

  • KZ-Außenlager von Überbauung mit Gewerbeimmobilien bedroht.

    Märkische Allgemeine Zeitung und Berliner Zeitung berichteten am 05.05.2026 über den Verkauf des Geländes des KZ-Außenlagers unter der Halle 24. Der Hamburger Immobilienentwickler Garbe Industrial hat das Gelände im Frühjahr 2026 von einer bundeseigenen GmbH erworben.

    Mit Inkrafttreten des Bebauungsplans am 25.03.2025 wurde das Gelände als Gewerbegebiet ausgewiesen. Eine Überbauung wird darin nicht ausgeschlossen und auch eine Pflicht zur Zugänglichmachung nicht vorgeschrieben. Bauanträge liegen offenbar bereits vor.

    Auf einem von Garbe entwickelten Gelände in Ludwigsfelde steht bereits eine Logistik- und Gewerbehalle mit rund 12.000 Quadratmetern. Es ist daher davon auszugehen, dass die baulichen Überreste der Halle 24 in Zukunft nicht mehr zugänglich sein werden und zudem überbaut werden.

    Während des Nationalsozialismus mussten in der gigantischen Endmontagehalle ab 1944 Frauen aus dem KZ Ravensbrück Zwangsarbeit leisten. Die Frauen kamen unter anderem aus Polen, Frankreich, Ungarn und vielen weiteren europäischen Ländern. Unter den deutschen Häftlingen waren laut der Historikerin Stephanie Habet-Allhorn auch Angehörige des militärischen Widerstands vom 20. Juli, u.a. Elisabeth Höppner und ihre Töchter, Alma Else Margarethe von Witzleben und ihre Tochter sowie Anneliese Goerdeler. Auch die ungarisch-jüdische Bildhauerin und Malerin Edith Bán-Kiss und die Kommunistin und spätere Staatsekretärin für Arbeit Frieda Franz Malter lebten und arbeiteten in der Halle 24 (Mehr Infos zum Gebäude hier.)

    Die Frauen aus dem KZ-Außenlager mussten ab Winter 1944 in den Kellerräumen unter der Produktionshalle leben. Bei ersten Sondierungen im Jahr 2022 wurden zahlreiche persönliche Gegenstände der ehemaligen Häftlinge gefunden. Weitere Untersuchungen des Kellers waren geplant. Nach dem das Bodendenkmal im Untergrund des Investitionsobjektes festgestellt wurde, nahmen nach Angaben des Historischen Lexikon Brandenburgs Stadt und Planer von weiteren Untersuchungen Abstand.

    Das Medium schreibt über die damaligen Grabungserkenntnisse:

    „Eine Gesamtrekonstruktion der Verhältnisse kann […] nur durch die Zusammenführung einer kompletten Bauuntersuchung und der Berichte der Zeitzeuginnen erfolgen. Auch besteht […] die Möglichkeit, dass einzelne Zwangsarbeiterinnen Graffiti oder Aufschriften an den Wänden der Keller hinterlassen haben, wie es aus anderen Zwangslagern bekannt ist. Die Erhaltung der Kellerwände mit Original-Anstrich bietet für die Auffindung solch persönlicher und historischer Zeugnisse jedenfalls beste Chancen.“

    Der frühere stellvertretende Landesarchäologe Dr. Thomas Kersting empfahl die Nutzung als untertägiger Gedenkort wegen der “landesgeschichtlichen Bedeutung” und der “emotionalen Qualität” des originalen Ortes.

    Die Halle 24 gehört zu den letzten baulichen Zeugnissen der gigantischen Lagerkomplexe am Rüstungsstandort Ludwigsfelde/Genshagen, an dem weit über zehntausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter bei der Daimler-Benz Motoren GmbH ausgebeutet wurden. Nach dem Abriss des ehemaligen Konsum-Gebäudes 1988 als früherem Teil des Zwangsarbeitslagers „Ostmark“ sowie dem Abriss der letzten verbliebenen Baracke des KZ-Außenlagers am ehemaligen Rathausplatzes sind die Kellerräume des KZ-Außenlagers Halle 24 das letzte bauliche Zeugnisse der Zwangslager in Ludwigsfelde.

    Wir erwarten vom Eigentümer und allen Entscheidungsträgerinnen und -trägern in Kreis, Land und Kommune, dass sie sich mit ihren Mitteln dafür einsetzen, dass sich die Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte nicht wiederholen und der Zugang zur ehemaligen Halle 24 erhalten bleibt. Die Einrichtung eines Gedenkortes muss weiter das Ziel bleiben.

  • AK Zwangsarbeit gedenken mit Franz-Bobzien-Preis ausgezeichnet

    Der Arbeitskreis ist mit dem Franz-Bobzien-Preis der Gedenkstätte Sachsenhausen und der Stadt Oranienburg ausgezeichnet worden.

    Die Auszeichnung mit einem Preis, der den Namen von Franz Bobzien trägt, ist eine Ehre.Franz Bobzien hat sich unter Todesgefahr für seine politischen Ideale eingesetzt. Der unermesslichen Gewalt im KZ Sachsenhausen zum Trotz hat er sich für die Jugendlichen im Lager eingesetzt und ihnen Halt und Wärme gegeben. Der Name des Preises nehmen wir daher als einen Auftrag an, die Opfer des NS-Regimes zu erinnern. Dass ihre Geschichte zumindest lokal – wie am Bespiel des Ausmaßes der NS-Zwangsarbeit – mittlerweile wieder eine vergessene Geschichte ist, wollen wir nicht akzeptieren. 

    Der Pädagoge Franz Bobzien wurde als Sozialist politisch verfolgt. Nachdem er 1933 zunächst erfolgreich untertauchte, wurde er 1934 aus den Niederlanden abgeschoben. Es folgten und Inhaftierung und Aufenthalte in der verschiedenen KZ. In Sachenhausen war er zeitweise sogenannter Blockältester einer Baracke mit Jugendlichen. Den polnischen und tschechischen Jugendlichen half er Deutsch zu lernen, um ihre Überlebenschancen im KZ zu erhöhen.

    Der Tagesspiegel berichtet über den Preis hier.

  • Arado Rundgang

    Arado Rundgang

    In Potsdam Babelberg auf dem Kulturgelände „Freiland“ stand einst ein Teil der Arado-Flugzeugwerke GmbH, in dem während der NS-Zeit über 1000 Menschen Zwangsarbeit leisten mussten. Offizielle Gedenktafeln oder Ähnliches gibt es nicht – die ehrenamtliche AG Geschichte Freiland hatte die Sache daher selbst in die Hand genommen und 2023 einen Rundgang mit 16 Stationen erstellt. „Die Stadt erinnert nur ungenügend an das Thema NS-Zwangsarbeit“, begründete Christian Raschke von der AG damals die Initiative. Der Rundgang mit den Holzstelen, die via QR-Code Auskunft über die Geschichte des Geländes geben, ist ohne städtische Förderung entstanden.

    Der Arado-Rundgang bietet Einblicke in die Geschichte der Arado Flugzeugwerke GmbH, eines nationalsozialistischen Rüstungsunternehmens. Insbesondere beschäftigt er sich mit der Zwangsarbeit, die hier stattgefunden hat. Der Rundgang informiert auch über die Lager der Zwangsarbeiter*innen, die zu dem Betrieb gehörten.

    Ein tolles Projekt, eine tolle Webseite und gerade jetzt im Frühjahr ein empfehlenswerter Ausflug für einen sonnigen Sonntagnachmittag.

    Der Rundgang: https://www.arado-rundgang.de

  • Zeitzeuge Dr. Ulrich Viets erinnert sich an Knochenfunde in seiner Kindheit in den 1950er-Jahren

    Zeitzeuge Dr. Ulrich Viets erinnert sich an Knochenfunde in seiner Kindheit in den 1950er-Jahren

    In ihrer Ausgabe vom 18.02.2026 berichtet die MAZ über Zeitzeugen, die bereits in den 1950er Jahren auf Knochen auf dem vermeintlich beräumten Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiter*innen-Friedhof wahrgenommen haben. (s. dazu auch: Pressemitteilung des AK Zwangsarbeit gedenken zu den Knochenfunden)

    Zum Artikel: hier.