Brandenburg aktuell vom RBB berichtete in der Ausgabe vom 03.01.2026 über die mutmaßlich nicht bestatteten Verstorbenen auf dem Kriegsgefangenen- & Zwangsarbeit:innenfriedhof in Ludwigsfelde.
Kategorie: Aktuell
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MAZ berichtet über Zwangsarbeitsfriedhof
Die Märkische Allgemeine berichtet über ein Schreiben der Landrätin Kornelia Wehlan an Landtagsabgeordneten Danny Eichelbaum zur Einschätzung der Behörden über die Zuständigkeiten für die Feststellung und Erhaltung des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiter:innenfriedhofs an der A100.
Landkreis und Stadt seien noch im August 2023 zu der Schlussfolgerung gelangt, dass es keinen Handlungsbedarf gebe, um Sondierungsmaßnahmen durchzuführen. Der Fund der Gebeine im vergangenen Sommer (s. dazu die Pressemitteilung des AK Zwangsarbeit gedenken) habe nun dazu geführt, dass die zuständigen Stellen aktiv geworden seien. Die Zuständigkeit hierfür liege bei der Stadt Ludwigsfelde.
Gleichzeitig stellt der Beitrag fest, dass oberflächlich Gebeine zu finden seien. Aus Sicht des Arbeitskreises sollte schnellstmöglich eine Sicherung des Geländes veranlasst werden.
Der ganze Artikel findet sich hier.
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Zwangsarbeit sichtbarer machen
Die MAZ berichtet in der heutigen Ausgabe über den Museumstag und Vorschläge zur Erinnerungsarbeit des AK Zwangsarbeit gedenken.
Der Beitrag befindet sich hier.
Ein eigenen Kurzbericht von der Veranstaltung hier.
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Pressemitteilung
Zwangsarbeit als ein Schwerpunkt im Konzept für Erinnerungskultur in Ludwigsfelde
Etwa 30 geladene Gäste, darunter Stadtverordnete, Vereine und erinnerungspolitisch Aktive diskutierten am 11.11.2025 beim Ludwigsfelder Museumstag über die Zukunft der Erinnerungskultur der Stadt Ludwigsfelde. Monika von der Lippe, Leiterin des Fachbereiches Soziales, Familien, Sport und Kultur, betonte in ihrem Grußwort: „Erinnerungskultur in Ludwigsfelde soll nicht für die Schublade sein sondern gemeinsam gestaltet, nicht nur im Museum sondern in der ganzen Stadt.“
Der „Arbeitskreis Zwangsarbeit Gedenken“ begrüßt, dass mit der Veranstaltung ein Auftakt für die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für Erinnerungs- und Gedenkkultur in Ludwigsfelde gesetzt wurde. Stefan Gerbing vom Arbeitskreis erklärte: „An die mehr als zehntausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in dem damals größten Luftrüstungsbetrieb Deutschlands arbeiteten erinnert derzeit wenig. Die zahlreichen Lagerorte auf dem Stadtgebiet sind heute überbaut und nicht mehr sichtbar. Aus unserer Sicht sollte ein wichtiger Schwerpunkt darin bestehen, diese Orte in geeigneter Form als wieder erfahrbar zu machen.“ In einem für die Veranstaltung vorbereiteten Thesenpapier plädiert der Arbeitskreis dafür, sich an innovativen Formaten wie z.B. dem Rundgang zu Zwangsarbeit in den Aradowerken in Potsdam oder künstlerischen Installationen wie beim KZ-Außenlager für Zwangsarbeiter bei NCR Neukölln inspirieren zu lassen.
Einen weitere dringliche Aufgabe sieht der Arbeitskreis in der Sicherung der wenigen bestehenden baulichen Zeugnisse wie den Kellerräumen der sogenannten „Deutschlandhalle“ oder auch Halle 24 auf dem früheren Daimler-Benz-Gelände. In dieser Halle waren weibliche KZ-Häftlinge aus Ravensbrück untergebracht, die in der Flugzeugmotorenfertigung arbeiten mussten. Darüber hinaus sollte aus Sicht des Arbeitskreises schnellstmöglich mit der Sondierung des früheren Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitendenfriedhofs begonnen werden. Nach Gebeinsfunden im Juli diesen Jahres hat sich der Verdacht erhärtet, dass dort weiterhin Gebeine liegen, die identifiziert und würdevoll bestattet werden müssen.
Für den Arbeitskreis betonte Marlene Pardeller: „Die heutige Veranstaltung war ein guter Auftakt. Es kommt jetzt darauf an, die Diskussionen in die Stadtgesellschaft zu tragen und ins Handeln zu kommen.“ Wir freuen uns darauf Teil des Prozesses zu sein und ermuntern alle mit ihren Fragen und Ideen mit uns ins Gespräch zu kommen.“ Bürgermeister Igel betonte in seinen abschließenden Worten: „Die Ludwigsfelder müssen nicht nach Auschwitz fahren, um sich mit der Gewalt der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Sie finden sie direkt zu Hause, vor der eigenen Tür.“
Am 6.12.2025 wird der Arbeitskreis eine eigene Veranstaltung im Klubhaus durchführen und lädt alle Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder dazu ein, sich zu informieren und mitzudiskutieren.
Das Thesenpapier kann hier heruntergeladen werden. -
MAZ berichtet: Bergung der toten Zwangsarbeiter stockt
Die MAZ berichtet in der Ausgabe vom 27.20.2025, dass drei Monate nach dem Fund von Gebeinen auf dem früheren Zwangsarbeiter:innenfriedhof noch keine Bergung stattgefunden hat.
Mehr noch: Auf dem Gelände wird inzwischen Baumholz gelagert, was weitere Sondierungen erschweren dürfte.
Laut MAZ sei aktuell weder bei der Stadt Ludwigsfelde noch beim Landkreis Teltow-Fläming jemand auskunftsfähig, wann die Untersuchungen des Friedhofs weitergehen und die Toten möglicherweise umgebettet werden.
Die zuständige Stadt Ludwigsfelde verweist auf die Notwendigkeit „umfassender Prüfungen“ und die notwendige „Einbeziehung unterschiedlicher Verantwortungsträger“.
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Tagesspiegel berichtet über Gebeinsfunde in Ludwigsfelde
In der Ausgabe vom 04.09.2025 sowie online berichtet der Tagesspiegel von den Gebeinsfunden in Ludwigsfelde, die auf ein nach wie vor bestehendes NS-Massengrab hindeuten.
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Vergessene Opfer bei Ludwigsfelde entdeckt: Stadt bestätigt Fund menschlicher Gebeine
In der Ausgabe vom 31.07.2025 berichtet die MAZ über die Funde bei den Sondierungen am früheren Waldfriedhof.
Zum Beitrag: hier.
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Indiz für ein Massengrab von NS-Zwangsarbeiter/innen von Daimler Benz in Ludwigsfelde – Arbeitskreis fordert Sondierung und Einrichtung einer würdigen Grabstätte
23.07. 2025
Der Arbeitskreis Zwangsarbeit Ludwigsfelde hat erfahren, dass bei Bodensondierungen auf einem Gelände an der Bundesautobahn nahe des Westverbinders in Ludwigsfelde menschliche Gebeine von zwei Personen geborgen wurden. Die Stadtverwaltung Ludwigsfelde wurde am 21.07.2025 informiert.
Damit gibt es ein weiteres Indiz für eine bereits länger existierende Vermutung. Auf dem von der Öffentlichkeit weitestgehend vergessenen Gelände wurden zwischen 1942 und 1945 Menschen begraben, die im Flugzeugmotorenwerk Daimler Benz Zwangsarbeit leisten mussten. Darunter Männer und Frauen aus Italien, Frankreich, Tschechien, Russland, der Ukraine und anderen damaligen Sowjetrepubliken.
Die verfügbaren Quellen lassen den Schluss zu, dass dort nach wie vor getötete Zwangsarbeiter liegen. Marlene Pardeller vom Arbeitskreis Zwangsarbeit resümiert: „Der Fund menschlicher Gebeine legt nahe, dass an der Autobahn auch 80 Jahre nach Kriegsende die in Ludwigsfelde von Daimler Benz zur Zwangsarbeit ausgebeuten und getöteten Menschen noch immer nicht würdevoll bestattet sind. Hinterbliebene müssen bis heute mit der Ungewissheit leben, wo ihre Angehörigen geblieben sind.“
Stefan Gerbing vom Arbeitskreis Zwangsarbeit ergänzt: „Die Stadt Ludwigsfelde und das Land Brandenburg steht nun in der Pflicht ihrer Verantwortung für diesen verdrängten Zwangsarbeitsarbeitsort gerecht zu werden. Wir setzen uns dafür ein, dass nach weiteren Getöteten gesucht und ein würdevolles Gedenken am Ort ermöglicht wird. Die gefundenen Toten müssen identifiziert und eine Grabstätte angelegt werden.“
Die Aussage hat einen ernsten Hintergrund. Wenn sich die Indizien bestätigen, handelt es sich um eine Grabstätte, die den gleichen Schutzstatus von Kriegsgräberstätten genießt. Dies ergibt sich aus der nationalen Umsetzung der Genfer Abkommen.
Die Stadt Ludwigsfelde ist damit rechtlich dazu verpflichtet Maßnahmen zur Anlegung einer Grabstätte sowie zur dauerhaften Erhaltung und Pflege zu treffen.
Umbettungen sind nur im Ausnahmefall zulässig und bedürfen der Zustimmung des Innenministeriums.
Der Arbeitskreis Zwangsarbeit erwartet von Land und Gemeinde, dass keine voreiligen Umbettungen auf bestehende Kriegsgräberstätten vorgenommen werden. Wir wollen nicht, dass die getöteten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gegebenenfalls an der Seite von Wehrmachts- und SS-Angehörigen bestattet werden.
Weiterführende Informationen:
– AK Zwangsarbeit: https://www.zwangsarbeit-ludwigsfelde.de/
– Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft: https://www.gesetze-im-internet.de/gr_bg/BJNR005890965.html
– Gesetz zur Ausführung des Gräbergesetzes im Land Brandenburg https://bravors.brandenburg.de/gesetze/graebg_agbbg
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NS-Zwangsarbeit: Ausgebeutet und vergessen
Wenn man mit dem Zug aus Berlin nach Ludwigsfelde einfährt, ist das Mercedes-Werk samt ikonischem Stern kaum zu übersehen. Das Unternehmen ist mit seinen rund 2000 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber der Region Teltow-Fläming und prägte Industrialisierung und Siedlungsgeschichte der Stadt Ludwigsfelde. 1936 wurde ein Großmotorenwerk in der Genshagener Heide bei Ludwigsfelde errichtet. Dort produzierte Daimler-Benz in Zusammenarbeit mit dem Reichsluftfahrtministerium Flugzeugmotoren für die Luftwaffe. In der Folge stieg die Einwohnerzahl von wenigen Hundert auf ein Vielfaches ….
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MAZ berichtet über Waldfriedhof
Auf dem eingeebneten früheren Waldfriedhof nahe dem Ludwigsfelder Westverbinder wurden neben Kriegsgefangenen auch KZ-Häftlingen und Zwangsarbeiterinnen bestattet oder häufig eher verscharrt. Es gibt begründete Zweifel, ob alle Toten umgebettet wurden.
Die Märkische Allgemeine berichtet hier über das Thema.
Zu einem würdigen Gedenken an die in Ludwigsfelde gestorbenen und ermordeten Zwangsarbeiter*innen gehört, dass nicht bestattete Tote würdig begraben werden.
