Kategorie: Zwangsarbeitsorte

  • Lager Birkengrund / Lager Ostwache

    Lager Birkengrund / Lager Ostwache

    Bereits 500 m außerhalb des Betriebsgeländes befand gegenüber der Halle 24, das Lager „Ostwache“, „Ost“ oder auch „Birkengrund“. Es bestand aus 22 Unterkunftsbaracken, je einer Wirtschafts-, Sanitär und Revierbaracke sowie einer Baracke für den Lagerführer. Darüber hinaus existierten acht Wachbaracken, drei Magazinbaracken und ein Heizhaus.

    Geplant war das Lager für die Unterbringung von 2000 Zwangsarbeitern vornehmlich aus westlichen Ländern.[1]

    Das Kriegstagebuch des Rüstungskommandos Potsdam vermerkt, dass bei einem schweren Bombenangriff in der Nacht vom 31.08. auf den 01.09.1943 das Lager nahezu vollständig abbrannte. [2]


    [1] Hopmann, Barbara/Mark Spoerer/Birgit Weitz/Beate Brüninghaus, Zwangsarbeit bei Daimler-Benz, Stuttgart 1994, S. 225.

    [2] BArch RW 21-50/6, S. 193

  • Kriegsgefangenenlager Ludwigsfelde

    Kriegsgefangenenlager Ludwigsfelde

    Im Gebiet des heutigen Dichterviertels erstreckte sich eine sukzessive immer weiter ausgebaute Ansammlung verschiedener, von einander abgetrennter Barackenlager. [1]

    Ungefähr auf der Höhe der heutigen Fontane-Grundschale befand sich ein Kriegsgefangenenlager für sowjetische Kriegsgefangene.


    [1] Zur Topographie siehe Luftaufnahmen bei Bauer, Helmuth (Hg.), Innere Bilder wird man nicht los die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, S. 379.

  • Ostarbeiterlager an der Potsdamer Straße

    Ostarbeiterlager an der Potsdamer Straße

    Im Gebiet des heutigen Dichterviertels erstreckte sich eine sukzessive immer weiter ausgebaute Ansammlung verschiedener, von einander abgetrennter Barackenlager. [1]

    Zwischen Bahnhof und KZ-Außenlager befand sich ein Barackenlager, in dem sowjetische zivile Zwangsarbeiter untergebracht waren.


    [1] Zur Topographie siehe Luftaufnahmen bei Bauer, Helmuth (Hg.), Innere Bilder wird man nicht los die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, S. 379.


  • KZ-Außenlager Ludwigsfelde

    KZ-Außenlager Ludwigsfelde

    Im Gebiet des heutigen Dichterviertels erstreckte sich eine sukzessive immer weiter ausgebaute Ansammlung verschiedener, von einander abgetrennter Barackenlager. [1]

    Im Bereich um das heutige Rathaus befand sich ein KZ-Außenlager, in dem weibliche Häftlinge untergebracht waren. Die Baracken waren zuvor als SS-Strafvollzugslager genutzt worden. Nachdem die dort inhaftierten, straffällig gewordenen SS-Leute 1944 Ludwigsfelde verließen, entstand dort ein KZ-Außenlager unter Verwaltung des KZ-Sachsenhausen.

    Bereits im Juni 1944 hatte wandte sich der Betriebsführer Karl C. Müller an die SS gewandt, um KZ-Häftlinge für die Produktion anzufordern. Ende September 1944 wurden die ersten Frauen in LKW aus Ravensbrück nach Ludwigsfelde gebracht. Im Oktober folgten weitere Transporte per LKW und in Viehwaggons. Ab November 1944 wurden die Häftlinge in Kellerräumen der Halle 24 – auch Deutschlandhalle  verlegt. [2]

    Der Weg vom Bahnhofslager zu dem Arbeitsorten führte die Frauen kolonnenweise über die Potsdamer Straße und die Straße der Jugend zur Südwache. Sie waren dabei für alle Ludwigsfelderinnen sichtbar.

    Das letzte bauliche Zeugnis des Bahnhofslager, eine der nach 1945 verbliebenen SS-Verwaltungsbaracken, wurde im Zuge des Neubaus des Rathauses 1995 abgerissen. Teile der Baracke befinden sich heute im Depot des Museums Ludwigsfelde.


    [1] Zur Topographie siehe Luftaufnahmen bei Bauer, Helmuth (Hg.), Innere Bilder wird man nicht los die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen, Berlin 2011, S. 379.

    [2] Jegielka, Das KZ-Außenlager Genshagen Struktur und Wahrnehmung der Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb 1944/45 [wie Anm. 1], 36 ff.